Umweltschutz ist längst Mainstream

Es ist noch gar nicht so lange her, dass viele Magazine und Zeitungen für das Thema Umweltschutz eine separate Umweltseite hatten. Es gab eben diese Seite und damit hatte es sich. Wahrscheinlich gab es auch einen Redakteur, der speziell für diese Seite abgestellt wurde. Abgestellt und separiert, so habe ich den Beginn des Umweltschutzes in den Medien in Erinnerung. Zu einer Zeit, als es noch normal schien, sein Bonbonpapier in den Wald zu werfen und giftige Abwässer in die Flüsse zu leiten.

Es folgte  Tschernobyl 1986, der erste Umweltminister trat sein Amt an, dann Klaus Töpfers Rheinsprung. Umweltschutz wurde salonfähig. Heute sind die Umweltseiten aus den Magazinen und Zeitungen verschwunden. Gott sei Dank! Umweltschutz ist zum Mainstream geworden, findet sich überall. Bioprodukte sind der Renner, Katalysatoren und Filter in (fast) jedem Auto.

Auch als Umweltbeauftragter von KYOCERA habe ich seit 1992 gesehen, wie sich diese Position im Unternehmen geändert hat. Früher separiert und auf sich gestellt, heute akzeptiert und gefragt. Umweltschutz und Machhaltigkeit sind maßgebliche Bestandteile der Unternehmensphilosophie.

Trotzdem geht es mit dem Mainstream noch nicht weit genug. Oft höre ich noch „Umwelt? Dafür haben wir einen“. Oder „Davon habe ich keine Ahnung, ich verbinde sie weiter“. Es gibt sie noch zu genüge, die Personen, die ihr Bonbonpapier beziehungsweise ihre Fastfood-Verpackungen in den Autobahnausfahrten aus dem Fenster werfen und große Ölflecke, hervorgerufen durch ignorante Kapitäne auf ihren Schiffen. Aber das ist nicht mehr die Regel, sondern die Ausnahme.

Wir sind, denke ich, auf einem guten Weg. Dank auch der neuen Medien – und vielleicht dient dieser Blog auch als kleine Quelle, die in den Hauptstrom mündet, um das Thema Umweltschutz noch ein wenig populärer zu machen.